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Rainer Teuschl, WESTWINDZONE.
Gedichte, lichtung verlag Viechtach 2002, 64 S., 9,10
Euro, ISBN 3-929517-54-X |
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KURZTEXT
müde / liegen Worte verstreut / auf der Lauer:
Rainer Teuschl sucht nach ihnen, setzt sie neu, daß die
Sprache, die Bilder frisch und ungewohnt uns treffen. Genau beobachtet
er seine Mitmenschen und die Gesellschaft. Rainer Teuschls erster
Lyrikband überzeugt sowohl durch seine poetische als auch
analytische Kraft.
INHALTSVERZEICHNIS
Andeutungen eines Abschieds
Lob der Nacht
Goldgräbergräben
Kehr
Spuren sicherung
Hinweise auf den bevor stehenden Angriff
Verfolgung eines Rückwegs
Nachricht vom Grün
vom Stand der Dinge
Ortstermin
Bestandsaufnahme
Begrüßung der Winde
Auskunft nach Norden
an die Teilenehmer eines Kongresses
Besichtigung einzelner Orte
vor einer Reise
Variation
an die Bezieher von Druckerzeugnissen
wie man ein Zimmer betritt
Gespräche im Freien
über die Lichtverhältnisse
für die nun folgenden Morgen
über die Möglichkeiten sich kleinerer Gegenstände
anzunehmen
sachliche Rückkehr
verschiedene Gesten betreffend
Fragen nach P
freies Geleit
Ende Februar
der lange Schuh der Tänzerin
Nachrede auf P
Gemischtwaren händler begrüßen einander
Ertrag einer Reise
Waldstück
über das Kommen zur rechten Zeit
Heimkehr
beim Kauf von Flügelschrauben
Landschaft für Wildgänse
Möglichkeiten des Mißlingens
dem Fährmann
aus der Nähe
Wildwechsel
über die Zufälligkeit der Ereignisse
gelegentlich einer Reise
Stunden / später
Winterführung
wie alles anfing
vom Ende der Welt
über die nördliche Autobahn
inzwischen
über die Müdigkeit
in südlichen Zimmern
nach dem Begräbnis des Federviehzüchters
AUTOR
Rainer Franz Teuschl, geboren 1967 in Furth im Wald,
Studium der Verwaltungswirtschaft und der Rechtswissenschaft;
Fachhochschullehrer, lebt in Regensburg, Stachesried und Hof.
Veröffentlichung von Gedichten in Zeitungen, Zeitschriften
und Anthologien. Auszeichnungen u.a.: 1991 Würzburger Literaturpreis,
1993 Sudetendeutscher Förderpreis für Literatur, 1995
Diploma di Merita Speziale dei Concorso Internationale di Poesia
(Benevento - I).
LESEPROBEN
Andeutungen eines Abschieds
leise
ruft der Herbst
wenn es Nacht wird
die Kälte
der Wälder
zurück
in die brennenden
Höhlen Verborgenheit
breitet sich
unscheinbar aus
auf den Wegen
des Sommers müde
liegen Worte verstreut
auf der Lauer
nach Jahr
und nach Tag
erwarten
das heimliche Zeichen
der Zugvögel laut
losen Schrei
Spuren
sicherung
als der Krieg
kam grau
und grölend
stieg er auf
einen Baum
den schnitt man
um er fiel
man lachte
als er
ging im siebten
Jahr da lag
der Schnee noch
auf dem Feld
der wurde
rot so laut
brach aus
der Frieden
was dann
geschah die Bäume
trieben
es ist bekannt
Verfolgung eines Rückwegs
der fort
ging in der Nacht
ließ er nicht
viel zurück eine Hand
voll Kirschen viel
leicht acht
los am Weg
verstreut
sonst trifft man selten
ein Wort schwerer
warmer Holunder
Regen wie lang
sam die Wunden
vernarben
und was noch
alles gesagt
werden muß
Begrüßung der Winde
ich hör einen
kommen die Straße
herab aus dem
knarrenden Holz so
tritt er
vors Haus
einen blauen Hut
den hält er
fest in den
Händen sind viele
gewesen die
reden ihm
zu wie nach
einem langen Sommer
als wäre es
Zeit nun zu
gehen dann
manchmal am
Abend besieht er
das Land tief
tief und am
Himmel der Sperber
der stürzt
der ist
weit
Wildwechsel
einmal werden wir
größer werden und
uns an die
Ränder legen zu
den Walen dann
können wir
Antwort geben manchmal
wie Fremde und
die Augen heben
auf das fliehende
Land dann
gleicht die Bewegung
der Hügel
den grasenden
Herden und die
Wendung der Jäger
einer grüßenden
Hand vielleicht
daß Ruhe herrscht
jenseits
unserer Gegenden
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