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Thomas Muggenthaler: Wir hatten keine Jugend".
Zwangsarbeiter erinnern sich an ihre Zeit in Bayern
Vorwort von Christoph Lindenmeyer, Einleitung Ulrich
Fritz, 208 S., 28 Fotos, 13,20 Euro. ISBN 3-929517-56-6. |
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KURZTEXT
Der Rundfunkjournalist (BR) porträtiert ca 30 Zwangsarbeiter
aus Osteuropa, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Bayern
eingesetzt waren. Er hat sie auf Reisen nach Polen besucht oder
bei Besuchen in Regensburg getroffen. Aufgenommen sind auch 3
Porträts von Zwangsarbeitern, die nach 1945 in Deutschland
geblieben sind. Briefe aus Polen von ehemaligen Zwangsarbeiters
ergänzen den Band.
Christoph Lindenmeyer, Leiter der Hauptabteilung Kultur im
Bayerischen Rundfunk, hat das Vorwort zu diesem Buch, in dem
die Betroffenen subjektiv zu Wort kommen, verfaßt und Ulrich
Fritz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte
Flossenbürg, gibt in der Einleitung einen Überblick
zum Thema Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.
AUTOR
Thomas Muggenthaler, Jahrgang 1956, aufgewachsen in Waffenbrunn
(Landkreis Cham), studierte Politische Wissenschaften und Soziologie,
lebt in Regensburg und ist beschäftigt beim Bayerischen
Rundfunk.
Er ist Autor mehrerer zeitgeschichtlicher Hörfunksendungen
zu den Themen Zwangsarbeit, KZ Flossenbürg, jüdische
Emigranten in Israel und den USA.
Für die Sendung Sklave für Deutschland - Zwangsarbeiter
erinnern sich an ihre Zeit in Bayern" wurde er 2001 mit
dem Eberhard-Woll-Preis des Presseclubs Regensburg ausgezeichnet.
INHALT
Vorwort von Christoph Lindenmeyer
Einleitung von Ulrich Fritz
I. Spurensuche in Polen
Ich kenne alles Rosenthal-Porzellan" Wieslaw
Jankowski: Von Warschau zur Porzellanfabrik Rosenthal in Selb In Selb wurde ich völlig grau!" Henryka Doktorow: Von Hutschenreuther in Selb
zur Brandl-Brauerei in Regensburg Wir
hatten keine Jugend!" Stefan Spizak:
Bei Bauern in Kiefenholz bei Wörth an der Donau Ein
zerbrochenes Leben!" Marian Makijewski:
Fünf Jahre auf einem Bauernhof in Bärnau bei Passau Es gab keinen Weg zurück" Ryszard
Macinski: Mit den Pferden der Warschauer Rennbahn nach München Auf dem Transport habe ich meine Tochter geboren" Zofia Winiarska: Bei den Englischen Fräulein
in Passau Wenn ich einsam war, ging ich
an den See" Wladyslaw Zientara: Der Klosterarbeiter
von Dießen am Ammersee Die Schwestern
waren gute Frauen" Maria Lupiniec: Bei
den Missions-Dominikanerinnen im Kloster Schlehdorf Es
war nicht leicht, ein Sklave zu sein" Janusz
Wilczynski und Romana Kalinska: Mit den Eltern nach Augsburg Sie haben uns wie Hunde behandelt" Lucyna Zebrowska: Bei der Reichsbahn in Reichertshofen/Wolnzach Wir haben auch die Würmer gegessen" Boleslaw Lament und Stanislaw Grominski in Gefangenenlagern
in Nürnberg, Weiden und Deggendorf Ich
musste unserer Mutter den Bruder zurückbringen!" Mieczyslaw Ciechonski: Bei Messerschmitt im KZ
Flossenbürg
II. Briefe aus Polen
von Helena Szustakowska, Anna Nubert, Maria Sankowska, Tadeusz
Sanocki, Stanislaw Krochmal, Franziska
Moska, Jan Piskorz, Marian Martuszewski, Janina Malecka, Andrzej
Urban, Josefa Jadwiga Majzner, Kazimierz Szmal, Maria Balicka,
Maria Gronostaj, Marcin Czarnecki, Wanda Jamont-Chilecka, Krystyna Zielinska, Boleslaw Grzesiak
III. Besuch in Regensburg
Die Musik hat mir gut getan!" Die
Tschechen Jiri Krupicka und Ales Kricka im Regensburger Stadttheater Der Tod des Dompredigers hat die Leute erschüttert" Bronislaw Rewucki: Beim Bäcker von Ziegetsdorf Ich betete oft in der Kapelle" Maria
Kaminska: Wiedersehen mit der Familie Schlegl in Kager Nirgends ist es wie im Kalkwerk" Czeslaw
Stepora: Das Kalkwerklied aus Regensburg Es
war beruhigend, dass meine Mutter da war" Wladimir
Hladun: Im Alter von elf Jahren zur Reichsbahn Die
Erinnerungen bleiben das ganze Leben lang" Zinaida
Tschapran: Von der Kartonfabrik bei Kelheim in die Heil- und
Pflegeanstalt Karthaus-Prüll Mit
der Zeit sind die Albträume verschwunden" Nina
Wlasenko: Bei Messerschmitt verhaftet und von der Gestapo verprügelt Ich habe mich nie dafür geschämt" Anna Sliptschenko-Burlatschenko: Von Regensburg
aus in Stalins Gulag Die Erde bebte" Iwan Grudinski: Der Bombenangriff vom 17. August
1943 Ich wollte Regensburg vergessen!" Valentina Lukaschik: Unter falschem Namen nach
Deutschland Mein Mann hat mir geschrieben,
dass er stirbt" Sofia Leonowitsch: Trotz
des Verbots zu ihrem Mann nach Neumarkt gefahren In
Regensburg habe ich einen Schock erlitten" Raissa
Wieczorek: In Neumarkt inhaftiert, in Nürnberg 1945 geheiratet Es gelang mir, ins Kino zu kommen" Nina Downar und Vera Nesterowa: Aus einem Waisenhaus
in Minsk Der Bauer hat verstanden, dass
wir Kinder waren" Jewgenija Nawrockaja:
Auf dem Hof der Familie Froschhammer in Irl Dem
Müller von Obernzell verdanke ich mein Leben!" Viktor Lubennikow: Von Weiden über Regensburg
und Obernzell ins KZ Flossenbürg
IV. Geblieben
Ich war jung und verliebt!" In
Pullach geblieben: Larissa Fischer, ein Hausmädchen aus
der Ukraine Ich bin immer noch der Polen-Lugg" Ludwig Bzukala: Seit 1940 in Thalmassing Ich hab niemandem gesagt, dass ich ein KZler
bin" Julek Kissil aus Nürnberg:
Schuster im KZ Flossenbürg
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