|
|
Hubert Ettl (Hrsg.),
Niederbayern. Reise-Lesebuch,
1997, 180 S., 90 S/W-Fotos,
fest gebunden, 20,40 Euro
ISBN 3-929517-19-1 |
bestellen
|
Mit Text- und Bildbeiträgen von Django Asül, Sophie
Behr, Hans Carossa, Günter Eich, Peter Ettl, Renate Ettl,
Birgit Fürst, Verena von Gagern, Harald Grill, Günter
Hack, E.W. Heine, Anke Humpeneder-Graf, Bruno Jonas, Alois Jurkowitsch,
Manfred Kempinger, Hans Klein, Karl Krieg, Irene Kubelka, Reiner
Kunze, Bruno Mooser, Daniel Muggenthaler, Herbert Pöhnl,
Alexeij Sagerer, Jutta Sandmeier, Harald Rolf Sattler, Norbert
Elmar Schmid, Ludwig Schricker, Hans Dieter Schwarze, Florian
Sendtner, Albert Sigl, Martin Sperr, Wolfgang Sréter,
Georg Willmerdinger, Harry Zdera, Peter Zieske, Siegfried Zimmerschied
KURZTEXT
Vermessen und durchstreift wird
diesmal Niederbayern, das je nach Sichtweise und Gemütslage
von den einen als idyllisches Bauernland gepriesen wird, wo die
Welt noch in Ordnung ist, von den anderen als dumpfe bayerische
Provinz in ihre Schubladen gezwängt wird. Die Anthologie
aus Sachbeiträgen, Gedichten und Erzählungen läßt
im Wechselspiel mit den aussagekräftigen S/W-Fotos wieder
ein vielgesaltiges Mosaik dieser Region entstehen: ein realistisches
und zugleich poetisches Portrait Niederbayerns jenseits der Prospektidyllen.
Das ländliche Niederbayern wird ebenso eingefangen wie die
Städte Landshut, Passau, Straubing mit ihrem historischen
Erbe.
INHALTSVERZEICHNIS
Bruno Jonas, Irrealis
- Albert Sigl, Aufschnitt
- Alexeij Sagerer, Ja, woas machma den iaz?
- Martin Sperr, Jagdszenen aus Niederbayern
- Hans Klein, Straubing
- Daniel Muggenthaler, Sie is a Mistviech!
- Renate Ettl, Die Roßnarrischen
- Florian Sendtner, "Diese Gestalt bewegte sich viel freier".
Die Bauernrevolutionäre Ludwig und Carl Gandorfer aus Pfaffenberg
- Hans Dieter Schwarze, Die Hexe von Ahnkofen
- Birgit Fürst, Gefangene der Öfen. 150 Jahre niederbayerische
Ziegeleigeschichte
- E. W. Heine, Des Herzogs letzter Rundgang
- Hans Carossa, Fremde Welt
- Irene Kubelka, Fremde Heimatstadt
- Wolfgang Sréter, Für eine Weile
- Siegfried Zimmerschied, Schrei net so!
- Norbert Elmar Schmid, Immer in der Weltmitte. Zu Kindheitserinnerungen
niederbayerischer Schriftsteller
Günter Eich, Geisenhausen
- Jutta Sandmaier, Der Oberdada J. Baader in Landau
- Sophie Behr, Die Kreativen überschwemmen die Pampa
- Manfred Kempinger, Der Stehempfang
- Django Asül, Herzlich willkommen!
- Harald R. Sattler, Choleriker am vierten Green
- Günter Hack, Wir leben in der Vergangenheit der Zukunft
und die war mindestens gestern
- Harald Grill, Ausfahrt Hengersberg
- Anke Humpeneder-Graf, Cinderella in LA
- Karl Krieg, Innaufwärts
- Peter Ettl, Und dann
- Reiner Kunze, Verregneter Sommer
-
VORWORT des Herausgebers Hubert Ettl
"Eine neue literarische Vermessung"
Bayerns und der Nachbarländer entstehe durch unsere Reihe
der Reise-Lesebücher, schrieb einer der Kritiker nach dem
Erscheinen des letzten Bandes zur Oberpfalz. Literarisch und
fotografisch durchstreift dieser vierte Band Niederbayern von
der Donau zum Inn hinüber. Ausgespart bleibt also der Bayerische
Wald, da zu ihm schon ein eigener Band erschienen ist. Auch thematisch
wird auf das ein oder andere verzichtet, weil in den anderen
Bänden schon gesagt oder gezeigt.
- Dem Konzept der Reihe folgend porträtieren Autoren und
Fotografen, die in Niederbayern leben oder aus Niederbayern stammen,
diese Region. Sie beschreiben, was typisch niederbayerisch ist,
aber auch Randständiges. Sachbeiträge, Gedichte und
Erzählungen zeigen im Zusammenspiel mit den Fotos ein vielgestaltiges
Bild Niederbayerns jenseits der Prospektidyllen. Dabei begleiten
die Fotos die Texte, illustrieren meist nicht bloß einfach
die im Text beschriebenen Personen, Orte und Ereignisse, sie
verweisen z.B. auf Ähnliches an anderen Orten oder heben
einen Aspekt besonders hervor, bilden insgesamt einen eigenständigen
Hintergrundfilm, der so auch die Bildsprache der jeweiligen Fotografen
vermittelt.
Niederbayern zu porträtieren
heißt natürlich zunächst einmal, das bäuerliche
Niederbayern einzufangen - so wird diese Region von außen
in erster Linie wahrgenommen -, als Bauernland, und je nach Sichtweise
als idyllisches, wo die Welt noch in Ordnung ist, oder als rückständiger
Landstrich. Die Landwirtschaft aber hat sich in den letzten Jahrzehnten
grundlegend geändert; neben den kleinen Bauernhöfen,
die mehr und mehr aufgegeben werden, haben sich die großen
Agrarbetriebe durchgesetzt. Der fruchtbare Gäuboden, das
Hügelland zwischen Isar und Inn und auch der westliche Teil,
der schon zur Hollertau gehört, haben eine andere Geschichte,
einen anderen Charakter als z.B. der benachbarte Bayerische Wald
oder die Oberpfalz. Selbstverständlich ist auch Niederbayern
heute kein Agrarland mehr; Industrie, Handwerk und Dienstleistungsbetriebe
sind wie andernorts die vorherrschenden Wirtschaftssektoren.
- Niederbayern - das sind auch die vielen kleinen und mittleren
Städte mit ihren historischen Stadtbildern, allen voran
Landshut, Passau, Straubing. Auch diese Stadtgeschichte gilt
es einzufangen, wenngleich dieses Vorzeigebild hier nicht im
Vordergrund stehen soll. Zu fragen ist auch, wie mit dieser Kultur
umgegangen wird. Den Wandel zu zeigen, vor allem den in den letzten
Jahrzehnten, ist analog den vorangegangenen Bänden auch
ein Anliegen dieses Buches. Wie stehen sich Altes und Neues gegenüber,
wie arrangieren sich die Menschen mit diesen Veränderungen?
Verkommt Traditionspflege zur heimattümelnden Folklore?
- Niederbayern ist noch nicht so schick herausgeputzt und so
glatt gebürstet wie Oberbayern, die Widersprüche treten
klarer zutage. Und dann ist in Niederbayern eine Querschädligkeit
zuhause, vielleicht auch etwas Anarchisches. Eine stattliche
Kabarettisten- und Satirikerschar hat Niederbayern hervorgebracht,
aus der ein paar hier zu Wort kommen.
- Der vorliegende Band möchte den Leser - ob Gast oder
Einheimischer - mitnehmen auf eine Lesereise, die ihm ein sowohl
realistisches wie poetisches Bild Niederbayerns zeigt.
-
-
-
PRESSESTIMMEN
 "Wieder
sind es zuerst die Photos, die einen unvermittelt packen und
so leicht nicht wieder auslassen. ... Es ist der nicht minder
liebevolle als kühl abschätzende, die Liebe auf Distanz
haltende Blick, den sie auf Land und Leute, Stadt und Vieh und
auf die allerorten hereinbrechende Neuzeit werfen - Herz mit
Filter sozusagen." (Hermann Unterstöger in: SÜDDEUTSCHE
ZEITUNG, 9./10. 8. 1997)
-
- "Und wieder ist es ein blitzsauberes Buch geworden,
jenseits aller Klischees und ganz nah dran an dieser Region zwischen
Donau und Inn." (Stefan Rammer in: PASSAUER NEUE PRESSE,
12.5. 1997)
-
- "... ist es dem Herausgeber gelungen, sowohl die ländlichen
Regionen als auch Städte wie Landshut, Passau und Straubing
auf sehr unterschiedliche Weise vorzustellen, ohne sich auf Schönfärberei
einzulassen" (Heiner Feldkamp in: LANDSHUTER ZEITUNG, 31.10.1997)
-
- "Ein außergewöhnliches Niederbayern-Buch"
(Michael Bauer in: BAYERISCHES FERNSEHEN / ZWISCHEN SPESSART
UND KARWENDEL)
-
- "Bayern-Bücher gibt es ohne Zahl. Bücher über
Oberbayern glänzen gern, erstens mit bunten Bildern, zweitens
mit viersprachigen Bildunterschriften. Niederbayern ist anders.
Jetzt hat Niederbayern das Buch bekommen, das es verdient. Ein
sperriges Ding, wenngleich von quadratischem Format. Aber von
der 'edition lichtung' war nichts anderes zu erwarten, konsequent
betreibt der kleine Verlag die literarische Vermessung Bayerns."
(Barbara Schaefer in: FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 15.1.1998)
|