Barbara Krohn, Orte der Liebe. Barbara Krohn,
Orte der Liebe.

Gedichte, mit 9 Illustrationen von Jürgen Huber,
64 S., 9,10 Euro.
ISBN 3-929517-64-7
bestellen

 
KURZTEXT

Die Autorin, die mit ihren spannenden Romanen bekannt geworden ist, hat über die Jahre
auch immer wieder Gedichte verfaßt, oft angeregt durch Bilder z.B. in der Ostseutschen Galerie Regensburg oder in ihrem Arbeitsdomizil beim Kunstverein GRAZ. Der kleine Gedichtband, illustriert von dem Regensburger Maler Jürgen Huber, enthält 43 Liebesgedichte.
 
AUTORIN / ILLUSTRATOR
 
Barbara Krohn, 1957 in Hamburg geboren und aufgewachsen. Studium der Germanistik und Italianistik. Lektorin des DAAD an der Universität Neapel. Veröffentlichungen u.a.: Der Tote unter der Piazza. Roman (1998), Weg vom Fenster. Roman (1999), Rosas Rückkehr. Roman (2002), Die Liebe der anderen. Erzählungen (2003). Kulturförderpreis der Stadt Regensburg 2002. Mitglied im VS und im Syndikat. Lebt seit zwölf Jahren als Autorin und literarische Übersetzerin in Regensburg.
 
Jürgen Huber, 1954 in der Oberpfalz geboren, Gymnasium, Buchdruckerlehre, Zivildienst und 1979 Gründung des Verlagskollektivs „Kartenhaus" in Regensburg. Seit 1986 freischaffender Künstler. Herausgabe von sechs „BilderLeseBüchern" im www.einbildungshaus.de. Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Italien, Österreich, Polen, USA und Äthiopien. Längere Studienaufenthalte in London (1986) und Mailand (1995). Lebt in Regensburg.
 
LESEPROBE
 
ANFÄNGER
 
womit fing eigentlich alles an
mit einem blick
einem wort
mit der ersten meinungsverschiedenheit
über die farbe deiner augen
oder mit der übereinkunft
rote ampeln
seien für küsse
wie geschaffen
 
womit fing es an
mit dem spaziergang am see
der zufälligen berührung
unserer finger
die längst wussten
wohin das alles führen würde
 
mit gewissheit kann ich nur sagen
die orangenmarmelade
am nächsten morgen
aß ich dir
zuliebe
 
 
 
LAND UNTER
 
hinterher
sind immer alle klüger
oder sagen
man hätte es schon vorher
wissen müssen
also scheint die weisheit
stets zu früh zu kommen
oder zu spät
 
und der moment
wenn wir baden gehen
in voller montur
mit kleidern und haut und haar
und dem ganzen leben
das um uns fließt
 
ist der wahre ort der liebe
 
 
 
GEHÖRNT
 
auf deinen hörnern lass mich reiten
durchs dickicht der tage
durch mondstille nächte
 
und wirst du müde
nehm ich dich auf mich
ganz und gar
 
die liebe fragt nicht nach trophäen
 
 
 
STRANDGUT
 
keine haut zu dick für träume
kein atlantis zu vergangen
und an jedem strand
dieses sichbücken und sammeln
von muscheln und beredten steinen
 
doch beim sichten der beute
im zettelkasten
stets die bange frage
ob alte texturen nicht unter unsrem blick zerfallen
wie fresken unter der sonne vergehen
 
ob bilder bleiben
wenn worte auf sie fallen