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Margarete Heiß,
Kieselhüpfen.
Gedichte, Illustrationen von Werner Wagner, 1999 Broschur,
64 S., 9,10 Euro
ISBN 3-929517-30-2 |
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KURZTEXT
Das Leben am Fluß, die Faszination des Wassers ist der
Kern dieses ersten Gedichtbandes von Margarete Heiß, die
Donau ist es vor allem, an der sich diese Poesie entfaltet. Sie
reicht von leichten Liebesgedichten zu Lyrik, in der auch tiefe
Depression zum Ausdruck kommt. Der Band führt zugleich durch
die Jahreszeiten und ihre Stimmungen.
INHALTSVERZEICHNIS
Kälte draußen
An der Donau im März
Was Federn hat
Im Regen an der Langen Wand
Wozu
Feuerqualle
Mit neunzehn offenen Rosen
Werd in der Donau
Die wilde Frau
Mein See trägt
Könnt ich im See wohnen
Strandentlang
Merve
Im Atelier
Orchester
Werke im Urlaub
Surabaya
Zwei Grauköpfe auf Inishmore
Wickle mich
Das Blau
Und auf dem Meeresgrund
Für Marianne Faithfull
Der blaue Traum
Kinder Kinder
Vor dem Gitter
Letzter Sommertag
Freiheit
Wenn die Seerosen... Variation 1577
An N und N und auch an N
Wähle
Nach der dritten
Der Fluß
Blausehnlichst
Dann
Herbst am See
Blaues
Irokese
Weihnachten an der Donau
Dezembersonne
Wenn die Seerosen... Variation 1581
Silvester... mit Hölderlin
Steinfrau
Flucht
Margarete Heiß, 1953 in Sallingberg im Landkreis Kelheim
geboren. Arbeitete als Lehrerin, seit mehr als zehn Jahren Buchhändlerin.
Lebt in der Nähe von Kelheim an der Donau.
- LESEPROBEN
Was Federn hat
Moder mischt sich
mit Blütendüften
Aus abgehackten Weidenstümpfen
sprießen frische Gerten
Alles was Federn hat
das brütet
Und vielleicht
lieben sich die Fische
Im Regen an der Langen Wand
Wipfelsfurther Apfelblüten
in Nebelschwaden
Auf schwimmenden Wegen
sterben Weinbergschnecken
und Regenwürmer
Kiesel glänzen
schwarzweißgetigert an Ketten
aus Goldnessel
Wem sonst als einer Flußfrau
schreibst du in die Donaumuschel
Feuerqualle
schmeichelt sich an Stacheltier
läßt Zehenspitze über Nabel wellen
saugt Stacheln ein
stülpt Äußeres nach innen
Strudelt sich tief
reißt Mündchen auf brüllt
gurgelt Wasser tiefer
Hautüberkopf zerstochen
leibaufleibab verflossen
feuerquallenrot
Mein Schatz
ich bin jetzt feuerquallentot
lieb mich nochmal
im Morgenrot
Werd in der Donau
schwimmen meinverloren
heut nacht
in tiefer Nacht in schwarzer Nacht
Will mit den
Wasserstrudeln tanzen
heut nacht
in tiefer Nacht in schwarzer Nacht
Möchte im Flußbett
liegen bei den Welsen
heut nacht
in tiefer Nacht in schwarzer Nacht
Sollen die Wellen dazu
singen ein schlaflos Lied
heut nacht
in tiefer Nacht in schwarzer Nacht
Surabaya
setz den roten Hahn
aufs Klosterdach
der Fraueninsel
Der heilige Garten
entweiht
von einem Entenpaar
Ohne deutschen
Hundertmeterabstand
vom Anlegesteg
beiß meinen Hals
und
nimm die Pfeife aus dem Mund
Kinder Kinder
Im Sommer da gibts
Weißnichtfilme
Kleiderspieße donaunaß
Manngeschrei die rote Ampel
Kugellutschen grünes Gras
nektarsüßes Knöpferlfummeln
Dattelnpoppen
darf man das
PRESSESTIMMEN
"Die Autorin flaniert nicht nur an Ufern (das ist auch
im übertragenen Sinne gemeint); sie taucht ein in das Element.
Und der Leser, die Leserin muß gleich mit, auch, wenn gerade
kein Badewetter ist. ... für den Fluß mit seinen imaginären
Nymphen, Nixen und Wasserfeen gibt es immer wieder schöne
und überraschende Bilder" (Jürgen Stelling in
ORTE. Literaturzeitschrift, August 1999)
"Der Donau sind die meisten Gedichte gewidmet, dem Leben
am Strom, mit dem Strom. ... Verdienstvoll entdeckt der kleine
Verlag immer wieder Talente." (Stefan Rammer in PASSAUER
NEUE PRESSE, 17.1.2000)
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