KURZTEXT Der 3. Gedichtband des oberpfälzer Autors, diesmal in Schriftsprache: Friedrich Brandls Naturlyrik handelt meist auch von der Bedrohung und Zerstörung der Natur, aber nicht immer, auch das Gespräch über Bäume", die Naturbegegnung hat bei ihm seinen Eigenwert. Der Band enthält außerdem eine Reihe von Gedichten, die nach einem Besuch des ehemaligen Vernichtungslagers in Ausschwitz-Birkenau entstanden sind.
AUTOR Friedrich Brandl, 1946 in Amberg geboren, Volksschullehrer im Landkreis Amberg-Sulzbach, Heimatdichter aus Passion, schreibt Lyrik, Erzählungen und Theaterstücke in Mundart und Hochsprache. Veröffentlichungen (Auswahl): Mitautor des Theaterstücks Schönwerth - ein Oberpfälzer Szenarium (Amberg 1986), Mitautor der Reihe Schulspiel - konkret (Regensburg 1990, 1991), Zum Nouchdenka. Gedichte (Amberg 1987), Meine Finga in deina Rindn. Gedichte (Viechtach 1992, 2002), Gedichte in den Bänden Wackersdorf (Passau 1986), Steinsiegel (Amberg 1993), Waldland (Viechtach 1999).
LESEPROBEN Auf der Brücke Wenn schon die Tage grau und bedrohlich um wie viel mehr die Nächte Nebelgestalten huschen über nasse Pflastersteine Novemberschleier liegt über der Stadt Wieder auf der Brücke angelangt auf der Brücke über den großen dunklen Fluss hefte ich meine Gedanken an die Steinquader ein Windstoß macht meine Ordnung zunichte wie bunte Blätter treiben sie nun flussabwärts Besuch in Oradour sur Glane, Frankreich Erinnerung an reges Leben auf dem Marktplatz und im Café Central das Spiel auf der Straße jäh abgebrochen erstickt die Gebete in der Dorfkirche Der Schrecken von damals auch heute noch spürbar hörbar die Schreie der Kinder Naziterror an jedem Stein Schweigen und Stille kriechen über verkohlte Dachbalken die Häusermauern entlang Schweigen und Stille nicht aus Ehrfurcht Schweigen und Stille aus Scham Serienmäßig Der Vogel des Jahres ziert Windschutzscheiben Feldhasenigelgedärm Kühlergrills aus Chrom Ohne Aufpreis liefert die Automobilindustrie Jagdscheine mit Am Lusen Licht und Wärme auf Granit inmitten dunkler sanfter Wellenberge in der Weite des Bayerischen Meeres Worte verstummen Die Abendsonne zeichnet mit weichen Farben Sehnsuchtsbilder die Wellen kommen zurück und mit ihnen die Ruhe |