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Harald Grill: Bairische Gedichte


128 S., 11,20 Euro
ISBN 3-929517-61-2
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Harald Grill ist einer der bekanntesten bayerischen Lyriker. Dieser Band enthält Gedichte des Autors aus der Zeit von 1978 bis 2003, größtenteils veröffentlicht in den vergriffenen Gedichtbänden „einfach leben" und „findling unterm herz". Sie wurden für den vorliegenden Band überarbeitet.

INHALT

d wiesn kann se nimmer ducka beim maahn

waldspaziergang
zwischn uns zwoa
da mai is aa scho glei vobei
zeichnen
rapsfelder
liebesgedicht
schnelle brüter
bayerisch eisenstein, 1956
geschichte
unterwegs
baam opflanzn
erbteil
naa, de suppn mag i net
krähenfüß
beinstudie
nachtdienst
da erschte schnee
i bin net i
in da friah
in deiner küch
einfach leben (1)
einfach leben (2)
einfach leben (3)
vül z lang furt gwen
vo vorn ofanga
briaf an d muatafamilienspaziergang

s schlucka fallt uns jedn tag schwaarer

heimat
durchblick
stammtisch
bis da himml roud is
dorfschönheiten
grenzland
heimatgedicht
november
unser dorf soll schöner werden
frühling
da neie friedhof
lungenkrebs
das ewige licht leuchte ihnen
verladestation vom altn stoabruch
wallfahrer
volkswandertag
a engl ohne händ
walhalla
am frühstückstisch
de altn gschichtn
im frühlingsregen
schlachttag
stoff für ein heimatlied
danach
winterfrühling
hoamkumma

wenn s kaatzerl hätt auswachsn derfa

bauerngartn
unserne herrgottn
am biertisch
bewahren und erhalten
wegkreiz
flügelpaar
haus-engel
in da nacht im pförtnerhäusl
für die kälte
hinterm bildschirm
vor da altn mühl
bodenschätze
fortschritt
frühling 1986
entsorgung
rhein-main-donau-kanal
druckert schwül
übermorgen
donaulandschaft bei regensburg
de blaue sterngass
alte frauen in da kirch
schutzengelschutz
nothelfer
wackersdorf, 1985
an d muata maria
schau aaf
litanei
unser grabstoaschwoarze ansichtskartn
wenn d welt untergeht
z spät dro

treib ma mitnand an winter aus

mei arbat
schlaf
in aller herrgottsfriah
mach s guat
lebenshilfe
zugveegl
über nacht kummt da winter
unserne kinder
winternacht
gut kirschen essen
januar
engelsturz
unser glück
unter unserm dach
märz
wintergrün
lebenszeichen
aschermittwoch
im paradies


 
KURZTEXT AUTOR LESEPROBE

AUTOR

Harald Grill, geboren 1951 in Hengersberg, seit 1988 als freiberuflicher Schriftsteller in Wald/Lkrs.Cham.
Mitglied des PEN-Zentrums der BRD und im Verband deutscher Schriftsteller (VS).
Von Juli 2000 bis August 2001 Europa-Projekt „Zweimal Heimgehen" - zu Fuß einmal vom Nordkap und danach von Syrakus nach Regensburg.

Auszeichnungen u.a.: Kulturförderpreis der Stadt Regensburg (1983), Würzburger Literaturpreis (1988), Stipendium der Drehbuchwerkstatt/Hochschule für Film und Fernsehen München (1990/91), Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Künste (1992), Marieluise Fleißer-Preis der Stadt Ingolstadt (2003).

Veröffentlichungen (Auswahl):

einfach leben, bairische gedichte. München 1982 / Regensburg 1994;
findling unterm herz, bairische gedichte. München 1988;
Da kräht kein Hahn nach dir, Erzählung. Reinbek 1990;
wenn du fort bist, gedichte. Hauzenberg 1991;
traumpaare, wanddrehbuch. 13 Grafiken und 12 Sprecharien, zusammen mit Mayan, Oder 1994;
Hochzeit im Dunkeln, Erzählung. Regensburg 1995;
Hans im Glück - hin und zurück, Geschichten vom Land. Reinbek 1996;
Vater unser. Hörspiel. NDR/BR 1996;
hinüber, gedichte. Mit Sensenengel-Zeichnungen vom Mayan, Viechtach 1996;
hinüber. Hörbuch, zusammen mit den Musikern Mike Reisinger und Norberth Vollath, Viechtach 2002.

 


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LESEPROBEN
WALDSPAZIERGANG

i mag net
der baam sei
wo s du
herzln eineschneidst
wer ehrlich is
schneidt se
ins eigne fleisch

DA MAI IS AA SCHO GLEI VOBEI

da löwnzahn bricht aus
d wiesn kann se nimmer
ducka beim maahn
da weiher kann an himml nimmer kloabeißn
muaß n schlucka schlucka schlucka

HEIMATGEDICHT

vo obn bis unt a hornhaut
grad zwischn de schulterblaadln net
und de
wo s kennan de stell
wo s di himacha kinnan
de stickan da jedn tag
neie kreizln aaf dein hemadbuckl
jeder solls sehng
dass s di gernham

MEI ARBAT

mei arbat
wachst ma überm kopf
zamm
a daachl
unter dem
bin i guat aafghobn

IM PARADIES

(für d erika)

du glangst ma r an apfl umma
und i daschrick
i suach
unser kernhaus
mecht einekriacha
mecht überlebn mit dir
in am oanzign kerndl
irgendwann
wenn se da erdbodn aaftuat unter uns
irgendwann
wenn uns da erdbodn schluckt