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Marianne Hofmann:
Der Klang des Wassers
Gedichte
80 S., 9,90 Euro
ISBN 978-3-929517-80-4 |
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KURZTEXT
Im Zentrum des Gedichtbandes steht das Wasser: poetische Natur- und Landschaftsbilder,
Erinnerungen an Kindheit und Reisen - Wasser als Lebenssymbol.
AUTORIN
Marianne Hofmann, geboren 1938 in Rohr (Niederbayern) und dort aufgewachsen; nach Arbeit und Studium in München Tätigkeiten im Schul- und Sozialbereich. Sie verbrachte einige Jahre in Berlin und Liverpool und begann dort zu schreiben, seit 1985 lebt sie wieder in München.
1997 erschien ihr Roman „Es glühen die Menschen, die Pferde, das Heu“, der in den Medien ein großes Echo fand. Der Literaturkritiker Reinhard Baumgart würdigte dieses Debüt in der ZEIT als „großen niederbayerischen Erinnerungsroman“: „In Marianne Hofmanns Raffungstechnik, die viel ausspart und das Ausgewählte um so kräftiger akzentuiert, werden Lebensläufe zusammengedrängt auf die Dimension von Kürzestgeschichten, laufen so folgerichtig, so unausweichlich ab wie alte Balladen. “ 2002 wurde „KLANG WORT KLANG“, eine Meditation über das Wort, vertont und mehrmals aufgeführt; Veröffentlichungen auch in verschiedenen Zeitungen und im Bayerischen Rundfunk.
INHALT
Wasser
In uns ist der Klang des Wassers
Unter der Eishaut des Baches
Ich habe im Winter
Fuchsspuren im Schnee
Dort wo ich herkomme
Ich suche
Der Abdruck des Körpers
Schnee fällt für die Kinder
Wintertag
Zur Dämmerung
Zuletzt
Aus dem Trog die Halme streichen
Pferdetränken
November
Fort
Der Brunnen im Hof
Kindheitssommer
Wasser des Bergsees
Und du
Der Sommer trank die Flüsse leer
August
Sommer
Tautropfen
Nach dem Regen
Ich kenne der Vögel Zeiten nicht
Regensburg
Ich rieche schon das Meer
Ägäis
Normandie
Banjuls sur mer
Biarritz
Kondensstreifen
In Rom
Alhambra
Catania
Der Nil
Luxor
Rajasthan
Hoch oben
Manali
Fathpur Sikri
Orient
Iran
Chinesische Landschaft
Einen Fuß nur im Moor
Nachts
Wie es im Traum geschieht
Das Moor
Vom Tisch aus
Als alles ins Schwingen kam
Rätsel mit Katze
Wäre nicht das Licht
Baut Dämme
Auf der Herdplatte
LESEPROBE
Ich habe im Winter
als es verwandelt zu Eis sein Knistern gehört
sein Ächzen und Krachen
feingliedriger Gesang hat sich fortgesetzt über
den See
vergangen
in den Halmen des Schilfs
in glitzernde Würfel zerstoßen lag es
in Kellern unter der Erde
während draußen die Kinder
auf weißer marmorner Fläche ihre Kreise zogen
und nachts
als sie immer noch flogen über das Eis erstarrte
ihr Atem
zu Kristallen am Fenster
vergessen die Kälte am Morgen
als im Licht der aufgehenden Sonne
silberne Lilien
Gräser und Farne sich reckten
Ich suche
das lautlose Weiß in den Wäldern
nur der Vögel Keilschrift dulde ich
die Spur von
Hase und Reh
Fuchs und Maus
schlaftrunkener Fliege
Schneestaub von den Tannen
im Winterlicht
Fort
den Hügel hinab
durchs hohe Sommergras
Frösche springen auf
der Bach im dunklen Fließen
Minze
den wilden frischen Duft sich einverleiben
mit geschürztem Rock in den Bach
in ungewisse Tiefe
weitertasten gegen den Lauf
im Strömen des Wassers
zur Weide zum silbernen Lichtgefunkel
nicht satt werden
vom Spiel der Äste auf dem Wasser
am Nachmittag
Fathpur Sikri
verlassene Stadt
Ein indischer Tag brennt sich ein
Straßen Plätze Tempel leer
Salamander und Eidechse giftgrüne Pfeile
in den Pavillons gemildertes Licht
Lufthauch durch marmorgeschnitzte Wände
ob sie hier Tee tranken Granatäpfel aßen?
Kaiser Akbar liebte Gespräche
Ornamente erlauben den Blick nach draußen
vom Schatten aus
Männer beginnen ihre Waschungen
am leise sprudelnden Wasser wortlos
weiß blenden Kleider und Marmor
Fathpur Sikri verlassene Stadt
nur noch zum Gebet kommen sie
– zweiunddreißig Stufen –
herauf zur Kaiserstadt
das Wasser blieb
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