Josef Hrubý: Den Kopf voll Safran. L.H. Fiedler:
Scherenschnitte
65 Scherenschnitt-Geschichten und Texte, Vorwort Jürgen Huber, Einleitung Susanne Wolke, fest gebunden, DIN A4-Format,
144 S., 19,80 Euro
ISBN 978-3-929517-84-2
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KURZTEXT

Lisl Fiedler läßt „den Betrachter eintauchen in verzauberte Welten“, wie Susanne Wolke in der Einleitung schreibt, „die Zeit scheint hier stillzustehen.“ Jede der über 60 abgebildeten Scherenschnittreihen - mit oft bis zu 16 einzelnen Schnitten im Originalmaß - erzählt eine Geschichte. Und dieser geschittenen Kunst hat Lisl Fiedler kleine Texte, humorvolle Geschichten in Gedichtform zur Seite gestellt.

AUTORIN

Lisl Fiedler, 1921 in München geboren, ging 1939 nach Salzburg, arbeitete am Mozarteum als Sekretärin, und fertigte dort, nachdem ihr ihre Tante eine kleine Schere geschenkt hatte, ihre ersten Scherenschnitte. Neben der Arbeit studierte sie an der Meisterschule für Grafik und Kunsthandwerk. In München, wohin sie nach dem Krieg wieder zurückkehrte, stellte sie ihre Grimm'schen Märchenschnitte zum ersten Mal im Nationalmuseum aus, weitere Ausstellungen folgten. Lisl Fiedler lebt heute in Regensburg.

KOSTPROBEN

Das Leistungsprinzip

Während man zum Feste marschiert
Hat man vieles diskutiert
Über Arbeit, Leistung und den Zwange
Auf dem Fest hängt man an eine Stange
Mit einem dünnen festen Strick
Eine fette Wurst, sehr dick
Und diese schöne Wurst erringt
Nur der Hund, der am höchsten springt
Ein Prinzip ist dadurch klar
Das auf dem Weg ein Thema war

 

 

Gipfelstürmer

Wenn man sie heute so sitzen sieht
Hinter dem Ofen, damit es nicht zieht
Ein Nasentröpfchen! Krumm, gebückt
Irgendwo der Körper zwickt
Waren das einst Gipfelstürmer
Die jetzt kriechen wie Erdenwürmer?
Ja, sie waren auf allen Spitzen
Die heute hinter dem Ofen sitzen
Ihre Jugend war so mächtig
Ihre Körper geschmeidig und prächtig
Was heute trägt Zipfelmützen
Setzte die Fahnen einst auf die Spitzen